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AMB Generali Underperformer 13.03.2003
LRP
Jochen Schmitt, Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz belässt das Rating für die Aktien der AMB Generali Holding AG (WKN 840002) bei "Underperformer".
AMB Generali habe gestern auf einer Analystenkonferenz seinen Jahresabschluss 2002 präsentiert. Der Abschluss habe nicht überrascht, da die wichtigsten Eckdaten bereits veröffentlicht gewesen seien. Eine Änderung in der Rechnungslegung habe lediglich eine Abweichung bei den Prämieneinnahmen gegeben, der Vorjahreswert sei entsprechend angepasst worden. AMB werde zwar massiv durch Wertpapierabschreibungen belastet, sei aber in der Lage, diese zu verkraften. Die Analysten der LRP erachten den Abschluss daher trotz des Verlustausweises als relativ solide. Auf der Analystenkonferenz sei ferner die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung dementiert worden. AMB zähle man zu den solideren deutschen Versicherern, zumal der finanzstarke Großaktionär Generali hinter der Gesellschaft stehe.
Die Analysten der LRP sehen für AMB derzeit allerdings wenig Phantasie. Zum einen sei die Combined Ratio für die Schaden- und Unfallversicherung eindeutig zu hoch. Sie habe 107,7% (gg. 100,4% im Vorjahr) betragen, was noch über der LRP-Schätzung von 105,9% liege. Zwar hätten hier Kosten für IT-Projekte eine Rolle gespielt, außerdem hätten die Naturkatastrophen in Deutschland im letzten Jahr belastet. Gerade bei den Naturkatastrophen sehe man aber die Notwendigkeit, dies langfristig durch Prämienerhöhungen aufzufangen. Die Combined Ratio müsse unbedingt gesenkt werden, AMB wolle sie bis zum Jahre 2005 unter 100% drücken. Verwirklicht werden solle dies durch Prämienerhöhungen (vor allem in der KFZ-Versicherung), kein Zeichnen von defizitärem Geschäft, Ausstieg aus der Industrieversicherung, Abbau von 6,5% der Belegschaft und operative Effizienzsteigerungen bei den Gruppengesellschaften.
Diese Maßnahmen würden die Kosten auf Basis 2002 für die nächsten zwei Jahren einfrieren und bis zum Jahre 2006 Ergebnisverbesserungen vor Steuern von ca. 420 Mio. Euro pro Jahr bringen sollen. Die Analysten der LRP begrüßen dieses Effizienzsteigerungsprogramm, auch wenn sie den Umfang und den Zeithorizont für etwas ambitioniert halten. Andererseits habe AMB Generali in den vergangenen Jahren schon wesentlich bessere Combined Ratios vorweisen können, so dass man das Ziel, bis 2005 unter 100% zu gelangen, durchaus für realisierbar halte. Im Bereich Lebensversicherung sei derzeit ebenfalls wenig Phantasie gegeben. AMB sei mit dem Dilemma konfrontiert, bei fallenden Aktienkursen und fallenden Zinsen seinen Kunden eine attraktive Verzinsung bieten zu müssen. Langfristig bestehe in der Altersvorsorge zwar hohes Wachstumspotenzial, von dem AMB nach Meinung der LRP profitieren werde.
Kurzfristig bleibe das Umfeld aber schwierig, zumal die Branche noch immer recht hohe Überschussbeteiligungen an ihre Kunden zahle, die auf die Kapitalanlagen nur schwer zu erwirtschaften seien. Nach massiven Abschreibungen im letzten Jahr, die das Unternehmen in die roten Zahlen gedrückt hätten, dürften auch im ersten Quartal 2003 hohe Abschreibungen auf Aktien anfallen. Bei der LRP rechne man im laufenden Jahr noch einmal mit ungefähr 1,1 Mrd. Euro an Abschreibungen, die in den ersten beiden Quartalen anfallen dürften. Allerdings unterstellen die Analysten in ihrem Gesamtmarktszenario einen freundlicheren Börsenverlauf in der zweiten Jahreshälfte. Dies werde die Voraussetzung für die Bildung neuer Kursreserven auf den Aktienbestand sein. AMB habe hohe Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere in seinem Portfolio und die Aktienquote stark reduziert. Auf der einen Seite sei die stark reduzierte Aktienquote von AMB begrüßenswert, da selbst im Falle eines weiteren Bebens am Aktienmarkt die Gesellschaft relativ gut abgesichert sei. Auf der anderen Seite sei das Zinsrisiko in den festverzinslichen Wertpapieren zu beachten. Im Jahresbericht sei zu entnehmen, dass (Basis Dezember 2002) ein Anstieg des Zinsniveaus um 100bp den Wert der Anleihen um ca. 2 Mrd. Euro verringern würde.
Dies würde sämtliche Kursreserven auf festverzinsliche Wertpapiere nivellieren. Andererseits würde ein Anstieg des Aktienmarktes um 20% lediglich ca. 1,1 Mrd. Euro Kursgewinne auf Aktien bedeuten. Dies zeige, dass eine Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte bei gleichzeitigem Rückgang des Zinsniveaus die Reserven unter Umständen mindern könnten, je nach Stärke der jeweiligen Bewegungen. Die Qualität der Anleihen sei indes sehr hoch, was das Emittentenrisiko minimiere. U.a. aufgrund des Kapitalanlageergebnisses bleibe die Gewinnprognose für das laufende Jahr mit Unsicherheit behaftet. Das Management habe sich sehr vorsichtig gegeben und von einem positiven Vorsteuerergebnis gesprochen, allerdings unter den Vorjahren. Die Analysten der LRP reduzieren ihre Schätzungen beim Ergebnis pro Aktie wie folgt: 2003e 2,98 Euro (zuvor 4,27) und 2004e 5,09 Euro (6,14). Nennenswerte Ergebnisverbesserungen sehe man erst ab dem zweiten Quartal diesen Jahres, das erste Quartal dürfte (so auch vom Vorstand angekündigt) aufgrund noch einmal hoher Abschreibungen in den roten Zahlen enden.
Auch wenn die Analysten der LRP AMB Generali als strategisch gut positioniert und solide betrachten, so sehen sie derzeit kaum Katalysatoren für den Aktienkurs. Ihr im Rahmen ihrer Gesamtmarktstudie auf 52 Euro reduziertes Kursziel nehmen die Analysten der LRP auf nun 45 Euro zurück. Bei der LRP sehe man attraktivere Versicherungsaktien in ihrem Universum, die an der von ihnen prognostizierten Markterholung stärker partizipieren könnten. Das Rating für die Aktien von AMB Generali belassen die Analysten der LRP bei "Underperformer.“
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